Ehemals Königlich sächsischer Burgkeller

 

Das Haus hat eine Geschichte zu erzählen, unmittelbar verbunden mit der Erbauung des ersten deutschen Schlosses und der Errichtung der ersten europäischen Porzellanmanufaktur, befand sich hier die einstige Residenz der Meißner Burggrafen.

Burggrafenburg - kurfürstliche Schösserei (Finanzverwaltung) - Nutzung durch die  Porzellan Manufaktur – Wohnung des Dompredigers - 1881 Eröffnung des königlich-sächsischen Burgkeller – nach Schließungen und Wiedereröffnungen zuletzt HO-Gaststätte in der DDR - nach Privatisierung und Sanierung  2000 als Gaststätte und Hotel wiedereröffnet

 

Urkundlich erstmalig 1150 erwähnt, hat der Burgkeller eine lange Tradition, beginnend mit der Erbauung des ersten deutschen Schlosses.

 

Gründung der Burg:

Der deutsche König Heinrich der I. (Herzog von Sachsen), gründete 929 zur Sicherung seiner Eroberungen während des Feldzuges gegen die Slawen auf dem Felsplateau oberhalb der Elbe ein Militärlager, aus dem sich die Burg Meißen und die erste Marktsiedlung, später die Stadt Meißen, entwickelten. Hier wurden die Wettiner Fürsten einst mit der Mark Meißen belehnt. Damit begann Sachsens Geschichte. Zu Recht wird dieser Ort auch die „Wiege Sachsens“ genannt.

Nach dem Markgraf (dem Wettiner Heinrich von Eilenburg) siedelten sich weitere Mächte auf dem Burgberg an, der Bischof sowie der erste kaiserliche Burggraf Burchard, welcher 1068 vom König eingesetzt war und dessen Burggrafensitz, sich genau hier befand, auf dem Gelände des heutigen Hotel und Restaurants „Burgkeller“.

 

Die Burggrafenburg

(Burggrafenhof) mit der dazugehörigen Ägidienkapelle  wird in einer Urkunde erstmals 1150 genannt. Dieses dreieckförmige Areal, mit der dazugehörigen Schlossbrücke von einer Ringmauer umgeben, umfasste das Burggrafenhaus (Palatium) mit der Ägidienkapelle, verschiedenen Hofbebauungen und als Verteidigungsbauwerk den Bergfried „Weißer Turm“, dessen Fundamente im Keller des zum Burgkeller gehörenden Rondells gefunden wurden. Der Standort der Hauskapelle St. Ägidius ist wohl in Teilen des Hauptgebäudes und des Küchentraktes des heutigen „Burgkeller“ zu suchen. Die erste urkundliche Erwähnung des Weinbaus bei Meißen 1161 geht auf die Übereignung eines vom Kapellan des Burggrafen Hermann angelegten Weinberges an die Ägidienkapelle hervor.

 

Der Palast des Burggrafen,

als Amts- und Repräsentationsgebäude und baulich wertvollstes Hauptgebäude der Burg und Residenz, befand sich aufgrund von Untersuchungen der Kellergewölbe 1998/99 vermutlich am südöstlichsten „sichersten“ Punkt der Hofanlage, im Bereich unterhalb des Restaurants „Böttgerstube“ vom heutigen Burgkeller.

 

Angrenzend an die Burggrafenburg, umschlossen von zwei weiteren Reichsgewalten (Markgraf und Bischof) an der höchsten Stelle des Bergplateaus, befand sich der Rote Turm (im Stadtwappen von Meißen als Symbol für Hohe Gerichtsbarkeit angenommen). Hier hatte auch die, aus der sächsischen Geschichte bekannte, Verurteilung des Bürgermeisters von Zwickau, Peter Mergenthal, und dreier seiner Ratsherren stattgefunden, welche unterhalb der heutigen Domplatzterrasse am 10.07.1407 an der Mauer des Rondells mit gewissen Zwischenfällen durch noch auszubildende Scharfrichter enthauptet wurden. Das steinerne Kreuz an dieser Stelle soll angeblich als Sühnekreuz an diese umstrittene Hinrichtung erinnern, weil sie zum Unmute des Burggrafen auf dessen Territorium stattfand. Sie verdeutlicht die Konflikte zu Machtansprüchen jener Zeit.

Der Zugang zur Markgrafenburg und zum Bischofshof auf dem Burgberg erfolgte über die beiden Tore der burggräflichen Kurie (Zwinger). Dem Markgrafen gelang es nach und nach die Meinheringer Burggrafen (seit 1199) aus dieser Schlüsselstellung in deren Residenz Hartenstein bzw. Frauenstein zu vertreiben, beginnend mit der Einnahme des wesentlichen Verteidigungswerkes auf dem Burgberg – dem weißen Turm. Nachdem der letzte Meinheringer Burggraf Heinrich II „von Hartenstein“ 1426 im Gefecht gegen die Hussiten getötet wurde und keine Erben hinterließ, verfiel die Burggrafenburg. Der gesamte Besitz des Burggrafen auf dem Burgberg ging 1439 an den Markgrafen über. Friedrich IV., der Streitbare (1370 - 1428) war, wie seine Vorfahren, Fürst aus dem Hause Wettin, Markgraf von Meißen und Landgraf von Thüringen. Er wurde 1423 Herzog, Pfalzgraf und Kurfürst von Sachsen und damit Friedrich I. von Sachsen. Infolgedessen ging die Markgrafschaft Meißen im Kurfürstentum Sachsen auf und verlor ihre Eigenschaft als selbständiges Fürstentum. Die Leipziger Teilung 1485 zwischen den Brüdern Ernst und Albrecht (Prinzenraub 1455) führte zur Trennung in ein ernestinisches und ein albertinisches Sachsen. Die Nachfolgestaaten des Ersteren sind neben anderen Staaten Vorläufer des heutigen Bundeslandes Thüringen und die des Zweiten für das Bundesland Sachsen, das auch das Kerngebiet der Markgrafschaft umfasst.

Auch der vom Kaiser eingesetzte Burggraf Heinrich von Plauen erlangte trotz Klage im „Forchheimer Schied“ die vom Kurfürsten entzogenen Besitzungen nicht zurück. Den Vögten von Plauen blieb bis zum Übergang des Vogtlandkreises an die Sächsischen Fürsten 1563 nur der Titel „Burggrafen von Meißen“, welcher allerdings erst 1803 erlosch.

 

Im Burggrafenhaus wurde eine kurfürstliche Schösserei (Finanzverwaltung des Amtes Meißen) eingerichtet. Diese wurde mehrfach umgebaut und war schließlich Sitz des Kreisamtes. Die Ägiedienkapelle, als kurfürstliche Begräbniskapelle der Wettiner, verlegte man im Jahre 1478 in den Meißner Dom.

 

Ab 1840 wurde das ehemalige Burggrafenhaus von der Porzellan-Manufaktur genutzt und war zuletzt Wohnung des Dompredigers.

 

Ende 1879 riss man die Schösserei im Zuge der Neugestaltung der gesamten Schlossanlage und des Burgplatzes ab, um eine Gaststätte zu erbauen.

Und so eröffnete am 9. August 1881 der königlich-sächsischer Burgkeller. Es wurden täglich gut geheizte Zimmer und ein französisches Billard angeboten; ein Riesenorchestrion sorgte für die musikalische Unterhaltung. Um 1924 fanden auf der großen “Sommerbühne” Operettenabende statt, an denen nach dem Konzert zum Tanz eingeladen wurde. In Vorbereitung der Meißner Jahrtausendfeier   erhielt der Burgkeller 1928 seinen Saalanbau und aus dem neogotischen Vorgängerbau wurde ein “gefälliges Burgkellerrestaurant”.

 

Nach den Kriegsjahren wurde im Jahr 1948 wieder zum Tanz geladen. Schließungen und Wiedereröffnungen wechselten. Zuletzt HO-Gaststätte in der DDR und nach der Wiedervereinigung beider deutscher Staaten 1990 sehr lange geschlossen, wurde der Burgkeller 1998 privatisiert und im April 2000 nach der Sanierung als Gaststätte und Hotel wiedereröffnet.

Seit seiner Eröffnung ist der Burgkeller ein Ort der Begegnung zum Verweilen und Genießen mit der wunderschönen Aussicht vom Meißner Burgberg.

 

Auch das Kerstinghaus hat seine Tradition. Einige Epochen spiegeln sich in den drei verschieden gestalteten Etagen und deren Zimmern und Suiten wider - passend  thematisiert:
Historisches, Kersting und die Porzellanmanufaktur.
Holzhaus als Wohnstätte der Schotten-Mönche  - Hachenbergisches Haus als Quartier und Verhandlungsort Friedrich des Großen – Wohnhaus des Interieurmalers und Malervorstehers Kersting - Wohnhaus bis zum Umbau zum Hotel mit Wellnessbereich.

Residenz Kerstinghaus

 

Das ursprüngliche Anwesen wurde schon im Mittelalter um 1440 vom Sächsischen Kurfürsten gebaut - ein großes Holzhaus mit einer Wohnung für sieben Priester, welche den Gottesdienst in der Fürstenkapelle besorgten. Da es sich anfangs um Benediktiner- Schottenmönche handelte, entstand der Name Schotterei - „Die Schotten“.

Baufällig und unbewohnbar übergab der Kurfürst um 1560 das Haus seinem Weinmeister und man erbaute das Haus aus Stein.

Bis der hessische Kammerherr Freiherr von Hachenberg 200 Jahre später das Haus erwarb, waren Schulmeister, Regimentsvorsteher, Rittmeister, Fürstenräte und Amtsleute dessen Besitzer. 1744 wurde ein neues Haus gebaut und ein Stück vom Amtsgarten zur Gewinnung eines größeren Innenhofes gekauft. Repräsentationsräume, Saalstuben im Erdgeschoss des Vorderhauses und der Anbau machten das Haus nun zu einem der „vortrefflichsten“ Gebäude auf dem Domplatz.

 

Als das „Hachenbergsche Haus“ schrieb es Geschichte, denn hier fanden 1762 die Vorverhandlungen zur Beendigung des Siebenjährigen Krieg zwischen Preußen und Sachsen/Österreich statt, weshalb Friedrich der Große hier logierte.

Ein wenig bekanntes Kapitel sächsischer Geschichte ist der Umstand, dass die Vorverhandlungen zu dem sogenannten „Hubertusburger Frieden“ (benannt nach der Stätte seiner Unterzeichnung - Schloss Hubertusburg bei  Wermsdorf), welcher den Siebenjährigen Krieg zwischen Preußen und Sachsen/Österreich (Kaiserin Maria Theresia) beendete, am 29. und 30. November des Jahres 1762 in Meißen im Hause Domplatz 10 auf dem Meißner Burgberg zwischen dem vom Kurprinzen von Sachsen (Friedrich Christian) beauftragten Kammerrat Freiherr von Fritsch und dem preußischen König Friedrich der Große stattfanden. In dem nach seinem damaligen Besitzer benannten Haus, dem „Hachenbergschen Haus“, bezog  der Preußenkönig immer wieder Quartier.

 

Zuletzt erhielt das Haus seinen Namen nach dem Maler und Designer Georg Friedrich Kersting (1785 – 1847), welcher hier wohnte und wirkte. Er gehörte zu den Romantikern und ist einer der bedeutendsten Vertreter der Interieurmalerei des Biedermeier.

Kersting war unter anderem mit Caspar David Friedrich (Porträt „Caspar David Friedrich in seinem Atelier) befreundet und von diesem beeinflusst. Er schuf Biedermeierszenen, die in der Regel nur eine einzige, meistens dem Künstler nahestehende und in ihre Tätigkeit versunkene Person in einem geschlossenen Raum zeigen. Typisch für den Künstler ist das Spiel mit dem Licht, das entweder durch ein Fenster einfällt (Stickerin am Fenster) oder von einer Lampe ausstrahlt (Junge Frau, beim Schein einer Lampe nähend, Der elegante Leser).

 

Kersting ist vor allem für das in mehreren Fassungen geschaffene Motiv der Stickerin am Fenster bekannt. Modell dafür war die Malerin Louise Seidler, eine Schülerin des Historien- und Porträtmalers Gerhard von Kügelen. Sie vermittelte den Kontakt zu Goethe, welcher selbst dafür sorgte, dass der Weimarer Hof das Gemälde „Der elegante Leser“ ankaufte. Später entstand das Bild „Faust im Studierzimmer“, welches u.a. Räumlichkeiten der Albrechtsburg zeigt, in der sich zu der Zeit die Porzellanmanufaktur befand. In den 1830er und 1840er Jahren schuf er aber auch Porträts (u.a. Paganini, Agnes Kersting, Anna Sapieha-Czartoryska I), Landschaften und Historienbilder. Seine erfreuliche künstlerische Entwicklung wurde durch politische Ereignisse unterbrochen. Er trat im Befreiungskrieg dem Lützower Korps bei, für ihn als Mitglied der Freimaurerloge absolute Verpflichtung und erhielt für seine Tapferkeit das Eiserne Kreuz und den russischen St. Georgs-Orden.

Als mittelloser freischaffender Künstler war Kersting gezwungen eine Anstellung anzunehmen, vorerst als Zeichenlehrer bis er 1818 zum Malereivorsteher der Königlich-Sächsischen Porzellanmanufaktur in Meißen berufen wurde, wo er 29 Jahre bis zu seinem Lebensende tätig blieb. Kerstings Verdienste für die berühmte Manufaktur bestanden zum Beispiel im Auffrischen der Designs und dem Entwickeln von Vergoldungsprozessen und typischen Motiven, wie der „Meißner Rose“(„Rosen Spa“).

Deshalb ist der Entwicklung der Porzellanmanufaktur Meissen in der 3. Etage aufgegriffen. Die Zimmer sind dementsprechend thematisiert.

Noch vor der Erfindung des europäischen Porzellans beauftragte Kurfürst August der Starke seinen Hofgoldschmied Johann Melchior Dinglinger mit der Anfertigung eines „Porzellanservice“, wie es nicht einmal der französische Hof zu bieten hatte. Aus der Not heraus nahm man Silber als Basis, imitierte mit Emaille die Feinheit des asiatischen „weißen Goldes“ und veredelte das so entstandene Tafelgeschirr mit Gold, Kristallglas, Elfenbeinschnitzereien und 5800 Diamanten. Das als „Godenes Kaffeezeug“ in die Geschichte eingegangene königliche Service war seiner Zeit voraus. Denn Dinglingers Prachtservice war schon sieben Jahre vor der Erfindung des europäischen Porzellans durch Johann Friedrich Böttger im Jahre1708 von dem ästhetischen Anspruch geprägt, die feine Anmutung edler Porzellanservice zu erreichen und so dem König in seiner Rolle als Kosmopoliten türkischen Kaffee, asiatischen Tee und Schokolade aufs Schönste zu kredenzen. Noch heute kann diese Kreation im „Neuen Grünen Gewölbe“ in Dresden bewundert werden. Nach über 300 Jahren schuf die Manufaktur mit einer neuen Serviceserie dem "MEISSEN® COSMOPOLITAN" eine Hommage an das „Goldene Kaffeezeug“ Das Aussehen klassischer Silberservice wurde dabei  durch neue Oberflächengestaltungen, handveredelt mit Gold oder Platin, und kunstvollen Dekorzeichnungen, ins Porzellan übertragen.

 

Der kursächsischen Premierminister und Günstling des Königs Graf Heinrich von Brühl wurde 1735 zum Direktor der königlichen Porzellanmanufaktur ernannt. Seinem elitären Geschmack ist es zu verdanken, dass in dessen Auftrag der Meistermodelleur Johann Joachim Kaendler gemeinsam mit Johann Friedrich Eberlein und Johann Gottlieb Ehder von 1737 bis 1742 das weltberühmte „Schwanenservice“ mit über 2200 Teilen das aufwendigste Prunkservice aller Zeiten erschufen. Fast alle Serviceteile tragen an sichtbarer Stelle das Allianzwappen des Grafen von Brühl. Noch immer von Hand geformt und bemalt, ziert dieses barocke Meisterstück vom Hofe des August des Starken auch die elegante Tafel von heute.

Im gesamten Haus finden Sie berühmte Persönlichkeiten, eine Auswahl der Werke Kerstings, seine Entwürfe und Zeichnungen für die Porzellanmanufaktur und die Schönheit der Porzellanmalerei von Heute.